7 Februar 2020

Eine Glanzleistung von Myriam, Mitarbeiterin bei agap2 Basel!

Im letzten Sommer hat Myriam, 32, Mitarbeiterin im Bereich Pharmazie mit Spezialisierung auf Zulassungsvorgänge bei agap2 Basel in der Schweiz, die Passage zwischen Sfax und der Insel Kerkennah in Tunesien durchschwommen. Sie berichtet uns von ihrer sportlichen Leistung.

Am 13. August 2019 hast du dich aufgemacht diese lange Distanz zu schwimmen. Was hat dich bewogen, diese Herausforderung anzugehen?

Ich schwimme schon seit vielen Jahren, aber ohne an Wettbewerben teilzunehmen. Jetzt wollte ich mich in dieser Disziplin selbst übertreffen. Schon vor einigen Jahren hatte ich die Idee, einmal diese Strecke zu schwimmen, aber ich hatte nie die Zeit dafür. Vor ein paar Monaten sagte ich mir dann, dass jetzt der richtige Zeitpunkt da ist. Ich entschied mich für das symbolische Datum des 13. August, den tunesischen Frauentag, um meine Überquerung den Frauen meines Heimatlandes zu widmen.

Mit welchen Trainingsphasen hast du dich vorbereitet?

Was die körperliche Vorbereitung betrifft, habe ich 7 Monate lang für diesen Tag trainiert. Durchschnittlich 3-mal pro Woche nach der Arbeit, in einem 25-Meter-Becken in den ersten Monaten und dann in einem 50-Meter-Becken. Mit dem Training im offenen Gewässer habe ich circa 6 Wochen vorher angefangen, in den Seen in der Schweiz, um mich daran zu gewöhnen, zu schwimmen, ohne den Grund zu sehen. In den letzten 5 Wochen habe ich jede Woche etwa 4- bis 5-mal trainiert, im Becken und im offenen Gewässer. Ich habe viel für meine Cardio-und Ausdauer gearbeitet, aber auch trainiert die Luft anzuhalten. Mit dem Schwimmen über lange Distanzen (8 bis 20 km) habe ich rund zweieinhalb Monate vor der Challenge begonnen. Ich habe auch meine Ernährung angepasst, um meine Trainingseinheiten optimal nutzen zu können.

Schwieriger war es, mich mental vorzubereiten: Ich habe mich umfassend über die Überquerungen von offenen Gewässern informiert. Ich habe mehrere Berichte und Artikel gelesen, um mich mit diesem Erlebnis vertraut zu machen, denn etwas, das man nicht kennt, macht immer Angst! Zudem habe ich mir bewusst gemacht, dass ich werde schwimmen müssen, ohne den Zielpunkt vor Augen zu haben, und zwar bis zur letzten Sekunde. Es ist wichtig, sich darauf vorzubereiten, denn im Meer schwimmt man ohne Orientierungspunkt, was gar nicht so einfach ist.

Um schließlich die Angst vor dem Start in den Griff zu bekommen, habe ich mich darauf traininert, in Zeit und nicht in Distanz zu denken: Ich wusste, dass 7 Stunden Schwimmen vor mir lagen und dass ich dazu in der Lage war, weil ich es im Training schon gemacht hatte. Deshalb war es beruhigend für mich, so zu denken.

Wie verlief die Überquerung?

Die örtlichen Behörden waren verständigt, ebenso wie die für Seeverkehrssicherheit zuständige Behörde und die Nationalgarde. Auch das Sportministerium war informiert worden und hatte mir seine Genehmigung erteilt. Insgesamt bin ich 30 km geschwommen, während die theoretische Distanz ungefähr 22-23 km beträgt. Es gab starke Meeresströmungen und es war mir unmöglich, einer geraden Linie zu folgen. Für die Überquerung brauchte ich dann 10 Stunden und 15 Minuten, davon schwamm ich fast 2 Stunden in der Nacht.

Die Tage vor dem Ereignis waren sehr stressig, aber als es dann losging, habe ich mich ganz auf mein Ziel konzentriert, und der Stress verschwand. Während der gesamten Überquerung blieb ich positiv und zuversichtlich. Ich schwamm ohne Ausrüstung, begleitet von drei Booten, die ich jedoch nicht berühren durfte. Ich habe ausschließlich Obst gegessen. Kompliziert war, dass die Wetterbedingungen schlecht waren: Das Meer war aufgewühlt und fast an der ganzen Küste war das Baden verboten. Weil die Sicherheit für mich gegeben war, wurde mir dennoch gestattet, mich auf den Weg zu machen.

Welches war der beste und welches der schlimmste Moment dieses Abenteuers?

Der beste Moment war der Start, mit der ganzen Aufregung und dem Adrenalin, die immer stärker wurden! Dagegen war die letzte Stunde sehr schwierig, weil es dunkel war und ich nichts mehr sah. Ich hatte das Gefühl, dass es kein Ende nahm…

Wie fühlst du dich heute, nachdem du diese Glanzleistung vollbracht hast? Hast du schon die nächste Herausforderung im Kopf?

Es ist eine große Genugtuung, dass ich diese Herausforderung gemeistert habe, und es ist eine sehr schöne Erinnerung für mich. Der Empfang durch die Inselbewohner war sehr herzlich. Im Moment verfolge ich kein anderes Projekt, vielleicht irgendwann die Durchquerung des Ärmelkanals…

Wie hast du es gemanagt, deine Arbeit und die Vorbereitung unter einen Hut zu bekommen? Welchen Rat würdest du jemandem geben, der dasselbe tun möchte?

Ich hatte sehr volle Tage, weil ich unter der Woche nach der Arbeit trainiert habe. In den ersten Monaten konnte ich mich am Wochenende ausruhen, doch in den letzten Wochen, als ich lange Distanzen schwamm, war das nicht mehr möglich. Schließlich musste ich je nach Trainingsziel 3 bis 7 Stunden am Stück Zeit haben. Die einzige Möglichkeit war das Wochenende, so dass ich einige Opfer bringen musste.

Ich möchte jeden ermutigen, der ein solches Abenteuer wagen will! Natürlich muss man die Schwierigkeit der Herausforderung richtig einschätzen, aber man sollte es wagen, wenn man sich dazu in der Lage fühlt, und die Bemerkungen der anderen, die einen entmutigen könnten, ignorieren.